Samstag, 5. Februar 2011

Zwischenstand

Ende Februar bin ich seit einem halben Jahr in Nicaragua.. Diese "Halbzeit" regt zum Nachdenken ueber die letzten Monate und die kommende Zeit hier an.
Das Zwischenseminar von "weltwaerts" in der letzten Woche hat seinen Teil dazu beigetragen: Es wurden viele Erfahrungen ausgetauscht und es wurde ueber Politik, Frauenrechte und den Machismo in Nicaragua diskutiert. Groesstenteils wurden negative Themen behandelt, die jedoch natuerlich sehr wichtig sind und neben vielen anderen positiven Aspekten zur Realitaet in diesem Land gehoeren. Daher werde ich in meinen kommenden Beitraegen auch mehr ueber die nicaraguanische Politik, das Bildungs- und Sozialwesen und mehr berichten.

Im letzten Monat habe ich zwei Ausfluege gemacht. Einen Nachmittag habe ich mit zwei nicaraguanischen Freunden auf dem Friedhof in Granada verbracht: Dieser Friedhof soll der "schoenste" Lateinamerikas sein - Die Bilder koennen euch einen Eindruck davon verschaffen. Ich persoenlich konnte von vielen Informationen und Erklaerungen von meinen Begleitern profitieren und habe so beispielsweise erfahren, dass die "Waende" die Namen der jungen Menschen abbilden, die in der Zeit der Revolution gestorben sind.






Im Januar habe ich mich an einem Samstag mit einer nicaraguanischen Arbeitskollegin auf den Weg nach Malacatoya / Los Angeles begeben. Dies ist ein Dorfentwicklungsprojekt von der Casa de los Tres Mundos und dem Verein Pan y Arte e.V. Hier wurden nach dem Hurrican Mitch mit Hilfe von Spendengeldern unter anderem eine Vorschule, ein Gesundheitszentrum, eine Bibliothek und ein Gemeindezentrum erstellt. Es wurden verschiedene Konzepte erworben, um den Bewohnern eine Einnahmequelle zu ermoeglichen, so zum Beispiel die Zurvrfuegungstellung von landwirtschaftlicher Nutzflaeche, damit die Familien ihre eigene Parzelle bearbeiten und auf dieser Weise ihre eigenen Nahrungsmittel anbauen und einen Teil idealerweise auch verkaufen koennen.
Diese Tag hat mich beeindruckt, deshalb freue ich mich, dass ich der Leiterin der Bibliothek bei den Vorbereitungen und der Realisierung des Kinderfestes Anfang April anlaesslich des 2-jaehrigen Geburtstages der Bibliothek helfen werde.





Sonntag, 9. Januar 2011

Weihnachten und Silvester mal anders.. aber schoen :)

Das Ende des alten Jahres und der Start ins neue Jahr haetten nicht besser sein koennen - gutes Essen, Rum und die nette Gesellschaft einer nicaraguanischen Familie an Weihnachten mit einem Feuerwerk um 24 Uhr und 3 Tage am Strand ueber Neujahr :) Ich konnte mir kaum etwas Besseres vorstellen..
Die Familie meiner nicaraguanischen Mitbewohnerin Vanesa hat mich und 2 andere deutsche Freiwillige sehr herzlich in ihrer Runde aufgenommen, so dass ich mich wirklich sehr wohl gefuehlt habe. Mittags nach nicaraguanischer Zeit habe ich auch sehr lange ueber Video-Skype mit zwei meiner Liebsten in Deutschland gesprochen und durfte den Schnee etc. ueber die Webcam bewundern :) Zudem hat mir mein Besuch im Dezember auch 2 Geschenke mitgebracht, so dass auch dies nicht fehlte..
Geschenke an Weihnachten sind in Nicaragua nicht unbedingt ueblich, das gemeinsame Essen und die Feier mit der gesamten Familie, die manchmal auch die ganze Nacht ueber andauert, ist das Wichtigste. Der Garten meiner "Gastfamilie" war liebevoll geschmueckt und die Tische festlich dekoriert und die Musik und das Tanzen haben natuerlich auch nicht gefehlt! Ueberraschenderweise, zumindest fuer mich, gab es um 24 Uhr ein Feuerwerk und man hat auf der Strasse nur Boeller gehoert und gesehen :) Puenktlich dafuer sind wir alle auf der Strasse, um uns auch allen gleichzeitig zum neuen Jahr zu umarmen und "Feliz navidad" (Frohe Weihnachten) zu wuenschen - vor diesem Erlebnis habe ich in meiner Unwissenheit in den Vorweihnachtstagen vielen Menschen bereits schoene Weihnachtsfeiertage gewuenscht.. Was auch immer nett und freundlich erwidert wurde ;) 
Den ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag habe ich ebenfalls mit lieben nicaraguanischen und deutschen Menschen verbracht und wir hatten schoene und entspannte Tage.


Nach diesen bereits entspannten Weihnachtstagen beendeten wir in unserem Kulturzentrum die letzte Arbeitswoche des Jahres 2010 mit einem gemeinsamen Abendessen in unseren schoenen Raeumlichkeiten: Es war schoen und auch interessant, alle Beteiligten der unterschiedlichen Projekte gemeinsam an einem Tisch zu erleben. An diesem lustigen und unterhaltsamen Abend, an dem Rum, Tanz und Musik, auch nicht gefehlt haben, habe ich mit einer neuer nicaragunischen Kollegin beschlossen, dass wir uns am zweiten Wochenende des neuen Jahres direkt das ausserhalb gelegene Dorfentwicklungsprojekt (Malacatoya/Los Angeles: http://www.c3mundos.org/de/lokale-entwicklung-malacatoya) ansehen. Hier wird unter anderem in der Papiermanufaktur das "ecopapel" hergestellt. 


Um den Start ins neue Jahr perfekt zu machen, reiste ich am 31. gemeinsam mit einer Freundin nach San Juan del Sur an die Pazifikkueste in unser Lieblingshostel "Mama Sara". Hier wurden wir wie auch schon letztes Mal sehr nett aufgenommen und nach der langen Busreise mit einem "fresco" als Willkommensgetraenk versorgt. Auf Grund einiger Planungsprobleme und der Tatsache, dass das Staedtchen San Juan del Sur mehr als ueberfuellt war, hat uns unsere nicaraguanische Mama Sara in der zweiten Nacht in ihren privaten Raeumlichkeite untergebracht - wofuer wir ueberaus dankbar waren, da die Alternative eine Matratze in der Kueche des Hostels gewesen waere..
Nicht nur Auslaender, sondern auch Nicaraguaner, nutzen den Jahreswechsel fuer einige Tage Strandurlaub.. Ich war ueberrascht, wie voll die ansonsten angenehm leeren Straende in diesen Tagen waren.. Aber dafuer gab es natuerlich auch mehr Partys als sonst ;) Am 31. hat Mama Sara auch nicht nur fuer ihre Familie, sondern fuer alle Gaeste ein Essen gezaubert - das wollten wir uns natuerlich nicht entgehen lassen und standen daher nach dem Feuerwerk, welches wir am Stand genossen haben, wieder in ihrem Wohnzimmer!


Alles in allem, habe ich das warme Weihnachtsfest und Silvester am Strand sehr genossen und wuensche euch allen alles Gute fuer 2011 :)




Freitag, 24. Dezember 2010

Besuch aus Deutschland, Urlaub und Weihnachtsvorbereitungen

Kaum zu glauben, dass heute Heiligabend ist - bei den Temperaturen draussen und dem Ventilator, der neben mir steht ;) Ich hatte bereits ein Vorweihnachtsgeschenk - am 6. Dezember kamen Annika und Patrick aus dem verschneiten und kalten Deutschland angereist, um mit mir 2 Wochen in Nicaragua zu verbringen :) Wir hatten eine tolle, wunderschoene, lustige und erlebnisreiche Zeit zusammen: Wir waren an der Pazifikkueste, haben Sonnenuntergaenge beobachtet, Affen gesehen, das Meer genossen, sind auf der Isla de Ometepe zu einem Wasserfall gewandert bzw. teilweise geklettert, haben uns danach wieder erholt ;) haben geschlemmt, den nicaraguanischen Rum getrunken und vor allem die Zeit zusammen genossen! Fuer mich war es auch der erste Urlaub, seit ich in Nicaragua bin :D Immerhin bin ich bereits 4 Monate in diesem Land.. Wie die Zeit verfliegt..
Weihnachten und auch die Vorweihnachtszeit ist dieses Jahr natuerlich komplett anders: Blinkende Plastik-Weihnachtsbaeume vor strahlen blauem Himmel und Palmen, kein Gluehwein, kein Weihnachtsmarkt, teilweise recht kitschige Dekorationen, kaum Weihnachtsvorbereitungen.. und natuerlich auch kein Schnee - aber das fehlt mir bei den aktuellen Wetternachrichten aus Deutschland auf keinen Fall! 
Das erste Weihnachtsgefuehl kam aber gestern auf, als wir in einer kleinen deutsch-nicaraguanischen Gruppe Butterplaetzchen, Vanillekipferl und Nussplaetzchen gebacken haben :) Vor allem die Butterplaetzchen haben ihren eigenen nicaraguanischen Geschmack (gesalzene Margarine!), aber insgesamt ist es besser gelungen als erwartet! Und bisher haben sie jedem geschmeckt ;) Hier in Nicaragua muss man eben improvisieren, da es einige der Zutaten nicht gibt, so z.B. den Vanillezucker fuer die Vanillekipferl.. Netterweise hat aber mein Besuch mir neben vielen Dingen aus dem dm und einem Paket von meiner Mama auch die "bestellten" gemahlenen Nuesse mitgebracht :)
Mit der passenden Musik kam waehrend den Stunden gestern, als wir Massen von Plaetzchen produziert haben, auch die entsprechende Stimmung auf! Heute Abend feiern wir Weihnachten mit der Familie unserer nicarguanischen Mitbewohnerin - im Garten :) Das wird auch etwas Neues.. Bilder folgen demnaechst ;)













Dienstag, 23. November 2010

Neues Zuhause und Mirador Catarina

Diesen neuen Eintrag beginne ich am besten mit der groessten Neuigkeit der vergangenen Wochen: Wir sind umgezogen und wohnen nun in dem rechten Haus auf dem ersten Bild (apricotfarben + Rundboegen). Der Umzug kam fuer deutsche Verhaeltnisse doch etwas ueberraschend: Vanesa, unsere nicaraguanische Vermieterin und gleichzeitig Mitbewohnerin, erzaehlte Jakob und mir Ende Oktober, dass der Eigentuemer das Haus seiner Schwester zum Wohnen ueberlassen moechte und wir daher ausziehen muessten. Anderthalb Wochen spaeter wohnten wir bereits im neuen Haus ;) Vanesa hatte ein anderes Haus zur Miete gefunden und uns angeboten, "mitzuziehen", was wir auch gemacht haben, da dies der einfachste Weg war und wir uns mittlerweile aneinander gewohnt hatten :) Nachdem Jakob und ich einen Kompromiss bezueglich der Zimmeraufteilung gefunden hatten, stand unserem weiterhin harmonischen Zusammenleben nicht mehr im Wege ;)
Nach der ersten Eingewoehnung muss ich auch zugeben, dass wir unsere Wohnsituation insgesamt verbessetr haben: die Strasse ist gepflastert, das Bad groesser, die Kueche ein fast komplett offener Raum und wir haben eine richtige Klingel an der Haustuer :D Wie auch im Haus zuvor, haben wir nun schoen des Oefteren schoene Abende im Garten verbracht. 
Die Quelle der Lautstaerke hat sich zwar nun veraendert, aber es ist nach wie vor extrem laut: Es laufen zwar nun keine Tiere mehr ueber mein Zimmerdach und ich hoere auch keine Limonen mehr aufs Wellblechdach fallen, aber dafuer sind die Nachbarn einfach unglaublich: Morgens um 5 geht es mit lautstarken Fernseh- und Radioprogrammen los, zwischendursch schreien sich alle extrem an und abends kehrt dann manchmal Ruhe ein.. Aber dann legt der "Wachvogel" los, der neben halbstuendlichen und stuendlichen, nicht zu beschreibenden Lauten besonders meinen Mitbewohner wahnsinnig macht. Aber neben dem "puentklichen" Geraeuschen macht sich dieser Papagei auch ebenso bemerkbar, wenn er eine Gefahr oder etwas Unbekanntes entdeckt.. Ihr merkt schon, es ist fast nie leise in unserer Nachbarschaft..
Ja, es hat alles seine Vor- und Nachteile und das Leben ist eben kein Wunchkonzert.. ;) Wenn ich es oefters schaffen werde, die Nachbarn auszublenden, bin ich danach in der Lage, ueberall zu schlafen!

Den Umzug nutzten Vanesa auch direkt zum Anlass, ins Dorf Catarina zu fahren. Hier gibt es Blumenlaeden und Keramik jeglicher Art. Der Grund fuer den Ausflug war eigentlich der Kauf einer neuen Stehlampe fuers Wohnzimmer.. Da aber ich das erste Mal in Catarina war und das Besondere eigentlich der Mirador, eine Aussichtsplattform ist, haben wir die Plaene etwas geaendert ;) Die Aussicht ist einfach unglaublich: Man schaut ueber die Laguna de Apoyo ueber Granada bis hin zum Nicaragua-See! Nach einem Spaziergang und Mittagessen vertagten wir den Einkauf auf Weiteres, um einen Grund zu haben, wiederzukommen :D 

Kaum zu glauben, aber in 2 Wochen bekomme ich Besuch aus Deutschland: Annika, Patrick und Nina machen sich auf den Weg nach Nicaragua :) Dies werde ich auch nutzen, um mit ihnen etwas rumzureisen! Da Nina mich auch mit Zutaten fuer Weihnachtsgebaeck versorgen wird, steht dem geplanten Plaetzechen-Backen dann (fast) nichts mehr im Weg: es fehlt nur noch der Ofen :D

Nach 3 Monaten vermisse ich nun die ersten Lebensmittel :D Zum Beispiel Mamas selbstgebackene Broetchen, Kaese, Marmelade, die mehr Frucht als Zucker enthaelt, richtige Schokolade, Gummibaerchen.. Gleichzeitig wird mir auch jetzt schon bewusst, dass ich einiges aus Nicaragua vermissen werde, wenn ich zurueck nach Deutschland komme.. 










Freitag, 5. November 2010

Nicaragua in Bildern Teil 2: El mercado / Der Markt

In Nicaragua bekommt man auf einem Markt alles - von der Ananas ueber Fleisch und Kleidung bis hin zur Zahnbuerste kann man alles kaufen. Es ist laut, teilweise eng, man wird von neuen Eindruecken und Geruechen unterschiedlichster Art ueberschwemmt.. und findet im Gewirr manchmal den Weg hinaus nicht mehr :) 
Als Auslaender bzw. Tourist wird einem entgegen- und nachgeschrien, was den Einkauf manchmal auch erschwert bzw. verlaengert. Aber die Vielfalt insgesamt  macht die Maerkte einzigartig! Seht selbst..